Damodara Kunda, der Ort von Lord Vishnus Shalagrams und der Ursprung des Gandaki Flusses |

Damodarkund [Damodara Kunda] ist eigentlich der Begriff für diese ganze Gegend, hier auf 4890 meter
Höhe befinden sich mehrere Kundas (Teiche), drei sind benannt und noch
ein paar kleine, namenlose Kundas. In
den Puranas wird diese Gegend als Shalagram Kshetra bezeichnet.
Damodarkund
ist der Hauptkund. Er ist sehr seicht und der Boden ist schlammig, und ein gut
sichtbarer, mystischer "goldener Kreis" befindet sich auf dem Grund
des Wassers. Manchmal
wird er auch dudhkund (Milch-Teich) genannt. In allen Kundas hier findet
man keine Shalagrams. Aber auf dem Weg und überall rundherum sieht man
oft welche.
Gleich neben Damodarkund liegt Raktakund (Blut-Teich) und ein kleiner roter Krishna Tempel befindet sich am angrenzenden Hügel. Unweit davon sind die Pilger-Schutzunterkünfte, eine alte kaputte Steinhütte und eine blaue Wellblechhütte, welche vor einigen Jahren von privaten Spenden erbaut wurde. Alles wurde mit Pferden (Mulis) hierher transportiert. Vorher lagerten die Pilger und Sadhus in selbsterbauten Stein-"Iglus" oder Höhlen. Es gibt sogar ein Helikopter-Service von Kathmandu oder Pokhara, wegen des unbeständigen Wetters aber nur sehr unregelmässig.
Etwas abseits liegt Svedakund ("Schweiss"-kund), darin sind
der Schweiss von Shri Vishnu und Shri Shiva zusammengeflossen, (Skanda Purana).
Die chinesisch/tibetische Grenze ist nur 1,5 km Luftlinie entfernt. Hier sind
die Hochalmen der tibetisch-stämmigen Hirten. Sie haben Ziegen, Pferde
und Yaks. Es gibt keine Dörfer weit und breit, nur Hirtenlager.
Wenn man dem Kali Gandaki Fluss noch weiter folgt (ca. 6 Stunden), kommt man
zuerst durch die sog. Shalagram Mountains. Hier waren wir noch, und haben
auch Fotos gemacht aber weiter kamen wir leider nicht. Man stolpert buchstäblich
bei jedem Schritt über unzählige Shalagrams, so weit das Auge reicht,
überall auf dem Weg, im Wasser, es ist unglaublich. Die ganzen Berghänge rundherum
scheinen aus Shalagrams zu bestehen. Und hier wächst auch das glücksverheissende
Kusha-Gras. Auf über 5000 meter.
Und am Ende der 6 Stunden gelangt man zu den Eksaoaaht-Kundas, das ist der Hindiname für 108- Kund. Den Ort kennen wir nur von der Erzählung des dort weilenden Sadhus, Gyanpuri Baba, der natürlich schon mehrmals dort war. Gyanpuri Baba trägt keine genähten Kleider und er ist immer nur barfuss unterwegs, egal wie rauh das Klima ist. Die Einheimischen respektieren ihn sehr.
In Einhundertacht-Kund gibt es Hunderte von kleinen Teichen, überall verstreut, sehr hoch gelegen, teilweise im Schnee. Und hier ist der Ursprung von Kali Gandaki, sozusagen der Geburtsort von Shalagram. Gyanpuri Baba hat uns bestätigt, wenn man hier in einem Kund badet und eine Puja mit Tulsiblättern und Milch zelebriert, dann springt ein Shalagram in deine Hände. Leider gibt es keine Fotos von dieser Gegend, die Atmosphäre ist spirituell und transzendental.
Über diese Gegend, Shalagram
Mountains, sagt Lord Varaha in der Varaha Purana:
"…Ich residiere in diesem Salagrama Kshetra. Ich residiere hier in der Form
von Salagrama Mountain. Lord Shiva residiert auch hier, zusammen mit Mir, in
der Form eines Steines. All die Steine hier sind Meine eigene Erweiterung, darüber
gibt es keinen Zweifel. All die Steine in diesem Berg sind sicherlich verehrungswürdig.
Unter diesen Steinen, sind die Steine mit einer Diskus-Markierung noch mehr
sündenreinigend und anbetungswürdig….O Vasundari (Göttin des Planeten Erde),
Ich habe dir die vordergründigsten Geheimnisse erzählt. Dieses heiligste Land,
in einem Ausmass von 12 yojanas (154 km) ist all-heiligend. O Devi, Ich selbst
bin an diesem Ort anwesend, in der Form von Salagram."
Es gibt 10 Inkarnationen
von Vishnu, und Varaha ist die Dritte, als Eber. Also
erstreckt sich dieser spirituelle Ort von hier bis nach Muktinath.
![]() Varaha (Eber-Inkarnation) |
Damodarkund ist der
am schwersten erreichbare Pilgerort im Himalaya, noch schwieriger als Mount
Kailash und es kommen nur sehr wenige Pilger und Besucher hierher. Man muss
mehrere fast 6000 Meter hohe Pässe überqueren und sämtliche
Nahrungsmittel selbst mittragen.
Man passiert zwar kleine Dörfer und Hirtenzelte, aber es gibt nichts
für Geld zum Kaufen, ausser Tee. Die Menschen brauchen alle Feldfrüchte
selbst zum Überleben in dieser unwirtlichen, kargen Landschaft und
können absolut nichts davon entbehren. Und noch viel weniger Pilger
gehen weiter zum 108-Kund.
Darum wird Damodarkund auch der Divya Desha Nr. 107 (von allen heiligen Pilgerorten) genannt, die letzte Tirtha, die man in diesem sterblichen Körper erreichen kann, weil Divya Desha Nr. 108 ist dann schon Vaikunthaloka.
Die
Grösse von Damodarkund
(So wie beschrieben in Parisistabaga von Varaha Purana)
Boodevi (die Erd-Göttin): Oh Lord, ich habe gehört, Damodarkund und andere sehr heilige, sündenreinigende Teiche (Kundas) sind vorhanden in diesem Shalagram Kshetra. Wo sind diese Teiche ? Bitte beschreibe ihre Pracht und die Ursache für ihre Existenz. Oh Rajiva-Lochana, ich möchte über diese Teiche hören, bitte berichte mir.
Varaha (Shri Vishnus 3. Inkarnation): Oh Devi, ich werde deine Fragen für die Wohltat
der ganzen Welt beantworten, höre. Es gibt viele Teiche in diesem, meinem,
Muktinath-Kshetra. Nordwestlich der Gandaki inmitten der zauberhaften Himalayas,
ist ein wunderschöner Teich, mit Namen Damodarkund. Nahe davon sind zwei
weitere Teiche, mit Namen Svedakund (Schweiss-Teich) und Raktakund (Blut-Teich).
Oh Devi, wenn man Damodarkund erreicht, mag man erschöpft und niedergedrückt
sein. Aber sobald man ein Bad darin nimmt, wird man frei von Müdigkeit.
Nur von einem Bad in diesem Teich entwickelt man gute Eigenschaften. Ich
werde dir eine Geschichte diesbezüglich erzählen. In der Vergangenheit vergnügten
sich die Söhne von Kuvera, Nalakuvera und Manigriva mit jungen Mädchen in
einem See. Alle waren nackt und berauscht. Der göttliche Weise Narada kam
zufällig vorbei. Als Narada ankam, rannten die Mädchen ans Ufer und bedeckten
ihre Körper. Hingegen zeigten Nalakuvera und Manigriva keinen Respekt, sie
waren berauscht und voll Stolz und Arroganz. Der göttliche Weise Narada
verfluchte sie und sie wurden zu Arjuna-Bäume. In Panik vor diesem Fluch
bitteten sie Narada inständig um Verzeihung. Der bamherzige Narada sagte
ihnen, im Dvapara-Yuga werden sie von Lord Krishna von diesem Fluch befreit
werden. Als Damodara wird Er ihre Baum-Form entwurzeln. [Diese
Lilas von Krishna finden in Vrindavan/Gokul statt]
Und so wie von Narada gesagt, wurden die Brüder zu Arjuna-Bäumen, und sie standen östlich von Nanda Maharajas Haus. Sie trotzten Hitze und Kälte. Lord Krishna war ein sehr unartiges Kind. Mutter Yashoda band Krishna wegen seiner Streiche an einen grossen Mörser. [der Gott der ganzen Kreation wurde mit einem Seil- Dam- um seine Hüften- Udara- gefesselt]. Lord Krishna ist sehr attraktiv in dieser Form, bekannt als Damodara. Lord Damodara entwurzelte beide Arjuna Bäume, mit dem Mörser, an den Er gefesselt war, hinter sich herziehend. Somit wurden Nalakuvera und Manigriva vom Fluch Naradas befreit. Beide erlangten ihre himmlischen Körper und glorifizierten sofort den Lord in seiner Form.
Danach
sagte Lord Krishna "Oh Devas, ihr beide geht nach Shalagram-Kshetra in den
Himalayas. In diesem Lieblingsort von mir sind viele Teiche und Flüsse.
Darunter ist ein glücksverheissender Teich von mir, mit Name Damodarkund.
Ihr beide badet in diesem Kund, wie vorgeschrieben in den vedischen Schriften.
Ihr werdet von allen Sünden befreit und erlangt strahlende Körper." So vom
Lord beauftragt, gingen sie zum Damodarkund, nach wiederholten Ehrbezeugungen.
Nalakuvera und Manigriva badeten in diesem Teich, so wie von Lord Damodar
angeordnet. Sie erlangten ihre leuchtenden Körper. Darum wurde dieser Teich
bekannt als Damodarkund.
Varaha: Oh Devi, ich habe die Grösse von Damodarkund und den anderen Teichen zu dir enthüllt, aber teile es nicht den Uninteressierten mit. In lange vergangener Zeit, ich selbst habe diesen Teich und Gandaki und andere heilige Tirthas (Pilgerorte) in diesem Kshetra (Ort) erschaffen. Die Kraft dieses Teiches ist ein grossartiges, erstaunliches Geheimnis. Trotzdem werde ich dir über diese Grösse erzählen. Höre vorsichtig zu. Das Seil bedeutet die materielle Welt, in welche die Seelen, angezogen vom Sinnesgenuss, gefesselt sind. So wie ein Pferd zum Sattel gebunden ist. Der einzige leichte Weg zur Befreiung, für diese Seelen, ist Damodarkund. Durch Baden, ausüben von religiösen Aktivitäten und verweilen am Damodarkund, erlangt man Befreiung. Aus diesem Grund ist Damodarkund in allen drei Welten berühmt. Nur durch Berühren dieses heiligen Wassers wird man von allen Sünden befreit, begangen in allen Leben. Beim Baden in diesem Teich braucht man sich nicht mehr vor Krankheit, einem schlechten Tod, Königen, schlechten Einflüssen, Räubern, wilden Tieren, Wasser, Geistern, Dämonen, Feuer, Waffen, Armut, Feinden usw., zu fürchten.
Varaha:
Oh Devi, man kann seine Grösse nicht beschreiben, wie könnte ich
das Ausmass der Herrlichkeit dieses Teiches beschreiben ? Wenn Fasten für
sieben Nächte und Baden in diesem Teich, erlangt man den Nutzen wie
von Ausführung eines Pancha Yagnas (atiratra, astaka, dashapurnamasya,
ekadista, pravana), sowie ashwamedha, agnihotra, rajasuya und alle anderen
yagnas. Wenn man hier für ein Kalpa lebt (ein Monat), und hier stirbt,
erntet er die Früchte aller yagnas und erlangt meinen spirituellen
Planeten. Wenn man in diesem Teich die Riten Trapana und Pinda-Dhana ausübt,
werden seine Vorfahren für immer zufriedengestellt sein.
Varaha: Oh Prithivi ! Ich erzählte dir über Damodarkund, von welchem sogar du wissen wolltest. Dieser Platz ist die Quelle aller Glückseligkeit. Nur vom Besuchen und Baden im Damodarkund erlangt man die Fähigkeit, alle seine Wünsche zu erreichen. Eine Person, welche von der Grösse Damodarkunds hört oder erzählt, wird losgelöst sein, auch wenn er ein Haushälter ist. Er wird weder von Genuss oder Leid beunruhigt.
Suta Gosvami: Oh ihr Weisen, die göttliche Mutter Boodevi (die Erde) fühlte sich erfreut und grossartig, nachdem sie diese Erzählung von Lord Varaha gehört hatte. So erfreut, vom Töter der Dämonen, trägt die göttliche Mutter alle Tirthas und heiligen Orte auf ihrem Rücken.